Polyamorie

Polyamorie - mehr als einen Menschen lieben! Geht das? Eine Polyamore Beziehung, schön und gut für den der es mag.

17. Juni 2011
Polyamorie

Polyamorie - mehr als einen Menschen lieben!
Geht das?

Eine Polyamore Beziehung, schön und gut für den der es mag. Aber will man da Mitspieler sein?
"Man muss das locker sehen", sagt Michael Mary, "
es gibt nun einmal diese beiden Formen der Liebe:
die leidenschaftliche Liebe und die partnerschaftliche Liebe.

Es ist vermessen, alles mit einem Partner haben zu wollen
- Treue, Liebe und Erotik.

Wer davon ausgeht, der kann im Leben nur enttäuscht werden."
Michael Mary ist Paarberater und Autor von Werken wie
"5 Lügen die Liebe betreffend" und "Und sie verstehen sich doch!"

Mary erklärt in seinen Büchern, wie wichtig das Wechselspiel von Nähe und Distanz in einer "exklusiven Beziehung" (etwa in einer Ehe) ist und wie sich Nebenbeziehungen ohne Stress führen lassen.

"Wer beides mit einem Menschen erlebt, ist glücklich - aber oft nur für kurze Zeit", schreibt Mary,
"und wer beides mit zwei Menschen erlebt, ist nicht weniger glücklich - oft sogar auf lange Sicht"."

Quelle: Stern Nr. 33 vom 9.8.2007, S.30


Den Artikel zum Anlass nehmend möchte ich das Thema aufgreifen für eine neue Diskussion.

Der unbändige Reiz und die Faszination neben bestehender Beziehung, Partnerschaft seinem Kopfkino lebenden Inhalt zu verleihen scheint ungebrochen.

Für Manchen sogar ein reale Lebenform der Beziehung sich mit mehreren Partnern zu umgeben, um vielleicht so all seinen Vorlieben und Genüssen gerecht zu werden.

Wie denkt Ihr darüber und wer kann uns von eigenen Erfahrungen, Hintergründen berichten ?

LG
Haus am See
17. Juni 2011
polyamorie

Meine ersten Erfahrungen mit dem Wort machte ich Ende 2010, als meine Frau eine Beziehung begann..da stand sieser Begriff aufeinmal im Raum.
Damals noch mußte WIKIPEDIA mir/uns weiterhelfen, was man(n) denn genau drunter versteht....ist übrigens sehr hilfreich dort beschrieben.
Dann kam Mary mit seinem Oeuvre.

Ergebnis: Lies sich gut, Vieles ist nachvollziehbar. Meine Frau hat einen neuen Stammtisch und ein wunderbares Hobby gefunden...aber meine Ehe ist dadurch schwerstbeschädigt worden und seither einem sinkendes Schiff vergleichbar....und ich war nicht mal an Bord!
"Frauen und Kinder zuerst" und "Der Kapitän bleibt bis zuletzt an Bord", heißt es eigentlich im Volksmund....bei uns stimmen der Sätze in gewissem Sinne schon....aber es für mich alles höchst schwierig geworden.

Was ich damit sagen will: Wenn es bei allen Beteiligten paßt, ein super Lebensentwurf .....aber höchstwahrscheinlich ausnahmslos auf Zeit, weil Schwierigkeiten auf mitttlere und lange Sicht vorprogrammiert sind.
17. Juni 2011
belebend

wenn es gelingt eifersucht auszuschalten und treue beizubehalten, der kann polyamore wahrscheinlich die komplette bandbreite der faszinierenden natur besser genießen als jemand der sich auf eingefahrene und disziplinierte formen des zusammenlebens beschränkt. es könnte dann sein wie reisen in andere länder, kennenlerner neuer kulturen, andere temperaturen erfahren, andere seelen erspüren. mit viel ehrlichkeit und wenig revierverhalten lassen sich so ganz bestimmt einblicke gewinnen, die wir anders nicht aus diesem (viel zu kurzen) dasein erhalten können.
dies in aller kürze...
17. Juni 2011

... wenn es gelingt eifersucht auszuschalten ...

Wie soll und kann man Gefühle ausschalten, lieber Surreal?

Aus meiner Sicht ist es nur möglich zu lernen, mit Eifersucht konstruktiv umzugehen, sie zu überwinden oder wenigstens mal auszuhalten, ohne zu glauben, dass davon gleich die Welt unterginge oder man sofort die Beziehung beenden müsse.

Dann kann es sein, dass beide Beziehungen voneinander profitieren und alle drei oder vier wesentlich lebendiger, freier und glücklicher werden. Denn schon Albert Schweitzer hat ganz richtig erkannt: Liebe ist das einzige auf der Welt, das größer und mehr wird, wenn man es teilt ...

***

Zum Thema Polyamorie kann ich eine Menge beitragen, weil ich selbst seit etwa vierzig Jahren polyamor lebe und zudem als einer der "Väter" der deutschen polyomoren Szene gelte. Nur bin ich leider in den nächsten Tagen nur selten online - und deshalb riesig gespannt auf die Beiträge hier.

***

So will ich es heute bei einer kleinen Geschichte dazu belassen:

Eine Frau liebte zwei Männer. Jeden liebte sie aufrichtig und von ganzem Herzen, jeden auf seine Art. Und keinen wollte sie missen. Doch leider waren beide Männer anderer Meinung, sie duldeten keinen Konkurrenten und verlangten von ihr, sie müsse sich zwischen beiden entscheiden.

Sie konnte sich aber nicht gegen einen von beiden entscheiden, weil sie beide liebte - etwa wie eine Mutter auch mehr als ein Kind liebt und sich nicht gegen eines davon entscheiden würde, wenn man es von ihr verlangte.

Und so trennten sich beide Männer von ihr, weil sie es nicht aushalten konnten, dass sie mehr als einen liebt; sie beide waren zu schwach dafür. Und sie, die Frau, war nun allein.

Wer in dieser Geschichte ist Eurer Meinung nach der große Verlierer? Einer der beiden Männer? Beide? Oder die Frau?

Nein, der einzige Verlierer war die LIEBE ...


(Der Antaghar)
17. Juni 2011

Nun...
Ich gehoere zu den Polygamen und auch zu den Polyamorisch veranlagten...

Ich habe das Konzept von Monogamie nie wirklich verstanden und nachvollziehen koennen...

Wenn ich doch 2 Menschen oder auch 2 habe die ich liebe... wo ist das Problem.. ausser mit der Zeit aber da finden sich Wege...

Fuer mich hat treue nichts mit dem Sexuellen zu tun und ich mache auch kein Geheimniss aus den Maedels, die ich neben der Frau habe, mit der ich zusammen lebe...

Sind nicht 90% aller Beziehungen auf Zeit... ?
17. Juni 2011
anthagar

Aus meiner Sicht ist es nur möglich zu lernen, mit Eifersucht konstruktiv umzugehen, sie zu überwinden oder wenigstens mal auszuhalten, ohne zu glauben, dass davon gleich die Welt unterginge oder man sofort die Beziehung beenden müsse.

das war nur besser ausgedrückt! so hab ichs gemeint.
17. Juni 2011
Für mich...

...wäre das ein Lebensmodell, was ich sofort unterschreiben würde, wenn es meine Partnerin denn auch in ihrer Gedankenwelt hätte. Dem ist leider nicht so und die wenigsten Frauen die ich kenne, würden ein solches ein Lebensmodell befürworten.

Da bleiben aus meiner Sicht auch nur wenig Möglichkeiten. Sich trennen und was anderes suchen, ist für mich im Moment keine Option, denn schliesslich möchte ich diese Partnerin ja auch behalten. Wenn es mal dazu kommen sollte, werde ich sicher, aus der Erfahrung heraus, ein anders Lebensmodell für mich wählen. Doch solange es nicht so weit ist werde ich wohl im herkömmlichen Sinne weitermachen und gewisse Dinge, die ich für mich nicht missen möchte, nicht an sie heranlassen.

@Sur_real, ich bin mir nicht sicher, ob man Eifersuchtsfreiheit erlernen kann, denn aus meiner Sicht ist das ein Mangel an Selbstbewusstsein gepaart mit Verlußtängsten und vielleicht sogar noch eine Prise Besitzdenken *zwinker*

Einen lieben Gruss

Stan
17. Juni 2011

*ggg* ich mach mich dann mal wieder unbeliebt - aber dieses Thema hatten wir vor einiger Zeit auch schon in der Gruppe HIQ. Ich habe für mich der Einfachheit halber einige Passagen meines dortigen Postings kopiert bzw. zusammen gefasst.


Ich denke, dass wir zukünftig beide Beziehungsformen finden werden.
Es wird allerdings - weder die eine noch die andere - als allgemeingültig anzusehen sein.

Für die Menschen, die in einer polyamorischen Beziehung leben möchten und können, wird sie sich als Lebensform wohl etablieren, für viele andere (wie für mich) ist diese Art der Beziehungsform jedoch nicht lebbar.

Wenn ich für mich spreche, kann ich mir dieses Modell nicht als Beziehungsform vorstellen und würde mich mit Händen und Füssen dagegen wehren.

Allerdings glaube auch ich nicht, dass die These "bis dass der Tod Euch scheidet..." heute noch lebbar ist. Die Menschen werden mehrere Partner lieben - aber ich für meinen Teil hintereinander, nicht gleichzeitig. Es gab mehrere Männer in meinem Leben, die ich wirklich sehr geliebt habe - aber einer kam nach dem anderen.

Ich bin jetzt nicht mehr gerade die jüngste und kann mich nicht erinnern, dass ich jemals zur gleichen Zeit zwei Männer wirklich gleich stark geliebt habe. Denn in dem Moment, in dem ich einen stärker liebe, ihn bevorzuge, ist für mich klar, dass dies meine LIEBE ist und der andere ein mir liebgewordener Mensch - wie ich einige in meinem Umfeld habe - aber eben nicht "MEINE LIEBE"
Ich kann meine Liebe nicht aufteilen - sie projiziert sich auf einen bestimmten Menschen - für mehr reicht sie nicht, jedenfalls nicht wenn es richtig tiefe Gefühle sind und keine Verliebtheit.

Solange ich eine Beziehung habe und lebe, solange erwarte ich auch dass diese monogam verläuft, auch in Bezug auf die körperliche Treue, da sie für mich untrennbar mit dem Partner verbunden ist. Mir vorzustellen, dass mein Partner die intimen Dinge die wir teilen, auch mit anderen Frauen teil, würde mich zutiefst verletzen.

Bin ich dem Partner nicht mehr genug, dann soll er so offen sein es zu sagen und die Beziehung beenden, denn alles andere wäre für mich ein Tiefschlag. Eine Beziehung, in der mein Partner auch andere Frauen lieben würde, ginge für mich pers. gar nicht.


...ich bin mir nicht sicher, ob man Eifersuchtsfreiheit erlernen kann, denn aus meiner Sicht ist das ein Mangel an Selbstbewusstsein gepaart mit Verlußtängsten und vielleicht sogar noch eine Prise Besitzdenken

Ich denke, dass ich nicht gerade unter mangelndem Selbstvertrauen / Selbstbewustsein leide und auch nicht im klassischen Sinn "besitzergreifend" bin - und doch bin ich sehr eifersüchtig und würde wie ein Hund leiden, liesse mein Partner sich mit anderen Frauen ein. Sicherlich ist es eine Art Verlustangst - allerdings auf den Verlust seiner Zuneigung und Liebe für mich gesehen, nicht auf die Person ansich (mir fehlen im Mom. die Worte um es richtig auszudrücken - vllt. fällt mir später noch etwas dazu ein)..
17. Juni 2011

Kann man je jemanden gleich stark lieben ?
Gibt es da eine Skala ?

Bei mir ist es nicht wirklich vergleichbar bei jedem ist es bisher einfach anders gewesen... keine Moeglichkeit eines vergleiches...
18. Juni 2011

ich möchte Euch ein Posting zum Thema in anderer Gruppe von
HEXENGOTT
nicht vorenthalten.
Aus meiner Sicht bringt er es mit wundervollen Worten auf den Punkt der Diskussion.
Lest bitte selbst

Polyamorie erfordert IMHO einen guten Anteil Disziplin.

Die Disziplin in einem Hier und Jetzt zu lieben, ohne ständig in der Vergangenheit oder in einer imaginären Zukunft zu sein.

Ebenso wie die Disziplin in Liebe, nach jeder Begegnung wirklich loszulassen.

Ich rede deshalb von Disziplin, weil es eine entsprechende Geisteshaltung erfordert und es durchaus viel abverlangt sich einerseits in Liebe hinzugeben und andererseits völlig loszulassen.

Gerade in diesem extremen Spannungs-/Entspannungs-bogen liegt großes Wachtumspotenial, da wir wohl alle mehr oder weniger so angelegt sind, schönes festhalten zu wollen. Halten wir jedoch zu lange fest, verwandelt sich schönes häufig in das Gegenteil oder eine Karikatur.
Aus Weite wird Beengung. Aus liebevollem Fördern des Anderen ggf. Kontrollsucht, Eifersucht u.v.m.

Ohne diese Geisteshaltung endet dies (zumindest war dies bei mir so) in noch mehr Gefühlsverwirrungen und noch mehr "Chaos" als in einer exclusiven Mono-Beziehung. Es kann also zumindest für mich nicht darum gehen, alles einer meist üblichen Mono-Beziehung zu multiplizieren und/oder einfach nur, die eine oder Andere sog. "Rosine" aus dem Gesamtpaket Mensch jeweils herauszupicken wie der/die Eine für Sex, der Andere für Nähe, weitere für Freizeitgestaltung u.v.m. . Das wäre nichts anderes als eine Egoaufblähung und das gezielte konsumieren gewünschter bequemer menschlicher Teileigenschaften und hätte für mich zumindest wenig Interessantes und auch wenig Wachstumspotential.

Polyamorie/y ist also nicht primär die Möglichkeit mit mehreren Sexualität zu leben, sondern für mich die klare Entscheidung in einem jeweils neuen Hier und Jetzt die ganze Person die bei mir ist, in Klarheit zu lieben. Dies ist mit ungeteilter Intensität nur für eine jeweils begrenzte Zeit möglich.
Ebenso wie es IMHO nur gesund möglich ist, aus einer gesunden Distanz in eine völlige Nähe zu gehen und sich wieder loslassend zurückzuziehen.

So gesehen ist zumindest für mich Polyamory die absolute intensive Konzentration auf die Geliebte. Sie ist jeweils absolute, exclusive jeweils zeitlich befristete Qualität die in einem neuen Hier und Jetzt ggf. immer wieder neu entstehen "kann", aber nicht muss, anstatt ein mehr an belangloser Alltags-Quantität.
Dies trifft für mich ebenso auf Einen wie ggf. auf mehrere geliebte Menschen zu.

Um nun auf die Frage von Jirik einzugehen

Kann man je jemanden gleich stark lieben ?
Gibt es da eine Skala ?

Nein ...eine Skala gibt es nicht, denn so unterschiedlich und auch einzigartig wie jeder Mensch, ist auch eine Liebe.

Und ja....auch ich liebte vor einigen Jahren polyamor, weil ich der Auffassung war (übrigens auch heute noch bin), dass die Welt des Lebens und Liebens nicht von einem Partner befriedigt werden kann.

Wobei ich die Beziehungen nicht ausschließlich nach sexuellen Vorlieben ausrichtete, nööööö....mit dem Einem konnte ich in den Welten der klassischen Musik wie Opern, Konzerten schwelgen...wir ritten dabei auf komplett gleicher Welle...sein Faibel war es solch einen Besuch zur absoluten Göttlichkeit ausklingen zu lassen....sexuell war da Schmusekurs, Blümchensex angesagt...herrlich wenn ich ihn brauchte, seine liebevollen Zärtlichkeiten betteten mich auf Traumwolke 7...
ihm gab es alles und sein Glück schien perfekt, weil es keine Alltagsverzerrungen gab...

Also gab es auch den Anderen, der meiner Lust auf die härtere Gangart Befriedigung verschaffte...den interessierten Opern so viel wie einen Frosch das Gegagger einer eierlegenden Henne...
Er drückte Knöpfchen in meinem Schädel, das ich klatschnass vor Geilheit tagsüber durch die Kante rannte und nur noch dem Abend entgegen fieberte... mir meine Nippel einen Strich durch jegliche geschäftliche Sitzung schossen, denn sie waren derart stramm und frech...ging gar nicht...
Sein Faibel war meinen Schädel zu beherrschen...
Der Fick zwischen den Ohren als mentales Vorspiel...
So sehr, dass ich fast schon sabbernd und flehend nach Erlösung schrie..
Die ich irgendwann wenn ich artig und seeeehr geduldig war auch bekam.

Der 3. im Bunde rief meine Dominanz auf die Tageskarte.
Jepppp.....sein Faibel war es seine Alltags-Kontrolle an mich abgeben zu wollen...ich liebte auch dieses Spiel und genoß es mit Verzücken seine Abgabe an mich mit ausgefüllten, erlebnisreichen, intensiven Sessions ihn zum "Fliegen" zu verhelfen...

So unterschiedlich alle 3 Beziehungen und Männer auch waren, hatten wir 4 eins gemeinsam. Wir respektierten uns alle und lebten den Moment so intensiv es uns möglich war. Wobei wir auch zusammen essen gingen und schwatzten, lachten und uns über unser Tun immer wieder neu orientierten.

Eine wundervolle Erfahrung in meinem Leben.
19. Juni 2011

jaja, der liebe mary... allerdings finde ich, das er sich in dem hier zitierten

"Wer beides mit einem Menschen erlebt, ist glücklich - aber oft nur für kurze Zeit", schreibt Mary,
"und wer beides mit zwei Menschen erlebt, ist nicht weniger glücklich - oft sogar auf lange Sicht"."

ein wenig weit aus dem fenster lehnt und verallgemeinert.... besonders "das 2 lieben = oft auf lange sicht" wird nicht von allen psychologen oder paartherapeuten geteilt. uns hat ein paartherapeut vor 5 jahren direkt gesagt: er hat noch nie eine funktionierende dreierbeziehung erlebt, wo nicht alles kaputt gegangen sei.... war ein tolles gefühl zu hören, so frisch verliebt mit der reifen liebe neben sich sitzend...
und heute sind es 5 jahre und wir leben noch immer im dreieck und machmal sogar zu viert und es geht.


ich hab grad vor ein paar tagen gelesen, dass anscheinend nur 4% den wandel von liebhaber zum lebenspartner schaffen. diese aussage wurde anscheinend 2003 gemacht.
würde mich echt interessieren, ob sich da ein prozentualer unterschied zu heute ergeben würde.
für den psychologen ist es eine insrumentalisierung, wenn man anderweilig liebt (oder halt fremd geht, wird ja oft gleich gesetzt).
was für ein instrument wird im polydasein gespielt?
ich bin der meinung, das eines orchesters....

die frage, die sich mir stellt: ist poly eine lebensform, die den weg der homosexuellen gehen muss? man muss ganz viel nach aussen transferieren, plakativ berichten, darstellen, hinterfragen und gut heissen, damit wir auch die legalität und akzeptanz der gesellschaft bekommen?

ich hab immer ein problem mit werten und normen und manchmal denk ich mir,, jaja, schreibt ihr nur,, es gibt nicht den polyamorösen oder die poly- lebensform schlechthin... und was nicht so genau zu definieren geht, das ist dem menschen suspekt,,,da sind ja eifersucht und neid und angst,, muhhuuuhaaaa....... es darf nicht sein, was nicht sein darf..... diese bösen schattengefühle,, lieber mache ich heimlich auf liebhaber, als sich mit meinen gefühlen auseinander zu setzen....mit mir selbst.. tztztz... das ist doch die heutige gesellschaft, oder nicht?

und was ist mit den anderen gefühlen? meine liebe lebe ich zu beiden männern. jeden auf seine art und weise. und selbstverständlcih hat das auch was mit mir zu tun. aber es ist sicher kein kuchen, der aufgeteilt wird. es ist eher ein tagebuch mit vielen seiten die jeden tag neu gefüllt werden. da gibbet alles drin....


das so meine gedanken...
etwas ungeordnet, und sprudelnd,,, doch von herzen

einen schönen sonntagabend allen
vom schokozwerg
20. Juni 2011

Hey schokozwerg ,
herrlich Dein Statement in so freier, unbeschwerter Form zu vernehmen.
*bravo*

Besonders Deine Beschreibung mit dem Therapeuten entlockte mir ein herzerfrischendes Lächeln und stellte mir ein Bild vor Augen.

Ich bin davon überzeugt, dass eine Mehrbeziehung unter bestimmten Voraussetzungen sogar erfüllender sein kann, wie die monogame Partnerschaft.

Letztendlich ist es schier unmöglich in einer monogamen Beziehung alle Bereiche zu reflektieren oder sogar auszuleben. Irgendetwas bleibt immer auf der Strecke.

Um dieses jedoch überhaupt erleben bzw. leben zu können muss aus meiner Sicht der Geist aller Beteiligten sehr frei und nicht in den Fängen von Werten und Normen gezügelt bzw. unterdrückt sein.
Solch Barrieren katapultieren die Möglichkeit des Versuches ins Jenseits.

Polamorie besteht meines Erachtens auch aus einer sehr großen inneren Großzügigkeit, sowie einem manifestierten Selbstwertgefühl...
denn ohne diese Voraussetzungen kann es nicht funktionieren.

Wobei sicherlich der Irrglaube auch in heutigen Tagen besteht, das Polyamorie einem niedrigen Niveau des Rudelbumsens entspricht, wo jeder mit jedem ohne Verantwortung tun und lassen kann wie der Schniedel-Trieb es vorgibt.

Mich würde mal interessieren, wie ihr euch in eurer Beziehung organisiert, welch Grundregeln ihr zwischen euch vereinbart habt,
denn ohne diese kann es nicht funktionieren?

glG
20. Juni 2011

Aus meiner Sicht ist es nur möglich zu lernen, mit Eifersucht konstruktiv umzugehen, sie zu überwinden oder wenigstens mal auszuhalten, ohne zu glauben, dass davon gleich die Welt unterginge oder man sofort die Beziehung beenden müsse.

Das ist nachvollziehbar.
In meinem eigenen Erleben war es allerdings leider so, dass ich nicht einmal aussprechen durfte, dass ich eifersüchtig bin.
Und das scheint mir oft der Knackpunkt zu sein.
Wenn man darüber sprechen kann, kann man daran arbeiten.
Wenn aber nur der Vorwurf des nicht gönnen könnens im Raum steht, wird es schwierig.
20. Juni 2011

Nun... Eifersucht ist immer so eine Sache...

Bei uns ist das auch so eine Sache...

Meine Partnerin mit der ich auch zusammen lebe ist leider eher Monogam... Und eifersuechtig...
Ich bin was das angeht fas genaue Gegenteil...
Das unter einen Hut zu bringen ist nicht leicht...
Aber wir gewoehnen uns dran...

Ich wuerde es uebrigens nicht Regeln sondern Kompromisse nennen...
Wir haben da inzwischen ein paar: Ich versuche meine Dates so zu legen, das ich moechtlichst dann Besuch habe wenn sie nicht da ist...

Ich bekomme besuch und besuche nicht *fiesgrins* Waehre mir viel zu viel Aufwand das ganze zeug mit zu schleppen...

Ich schlafe zu Hause und die Naechte gehoeren im Regelall ihr...(Momentan waehrend sie sich daran gewoehnt)

Mehr Spaeter...
20. Juni 2011
@Jirik

Ich wuerde es uebrigens nicht Regeln sondern Kompromisse nennen...
Wir haben da inzwischen ein paar: Ich versuche meine Dates so zu legen, das ich moechtlichst dann Besuch habe wenn sie nicht da ist...

mich stört im zusammenhang mit dem thema "Polyamorie" das wort DATES.
vielleicht lese ich nur zu genau...


Ich bekomme besuch und besuche nicht . Waehre mir viel zu viel Aufwand das ganze zeug mit zu schleppen...

es ist doch eher eine "offene Beziehung", die du recht einseitig auslebst.


gruß

diA

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