Placebos - oder: Selbstheilungskräfte

Etwa die Hälfte aller mediznischen Wirkungen, so schätzen Ärzte und medizinische Forscher, werden allein durch den…

21. Januar 2012
Placebos - oder: Selbstheilungskräfte

Etwa die Hälfte aller mediznischen Wirkungen, so schätzen Ärzte und medizinische Forscher, werden allein durch den Placebo-Effekt bewirkt.

Und es gibt zahlreiche Beweise dafür: Spritzen lindern Schmerzen, auch wenn sie keinen Wirkstoff enthalten. Tabletten helfen vielen Kranken, auch wenn sie nur aus purem Zucker bestehen. Und sogar Schein-OPs erfüllen den gleichen Zweck wie echte Operationen.

Allein das Vertrauen der Patienten in den Arzt oder in die Arznei und die Zuversicht, dass einem nun geholfen wird, können offenbar ungeahnte Selbstheilungskräfte in vielen Menschen auslösen.

Da soll noch einer behaupten, Gedanken hätten keine Kraft und würden nicht wirken. Aber was ich verblüffend finde: Wenn also letzten Endes die Einbildung heilen kann, warum benützen wir das nicht viel öfter? Warum knallen wir uns mit Medikamenten voll, die zum Teil heftige Nebenwirkungen haben? Wenn Placebos helfen und heilen, bedeutet das doch nichts anders, als dass unsere eigenen Gedanken heilen.

Was seht Ihr das?

(Der Antaghar)
21. Januar 2012

Ganz kurz nur, später vielleicht mehr.

Stichwort Vertrauen.

Vertrauen in die Wirksamkeit ist Voraussetzung für die Heilung. Wir haben gelernt den "studierten" Medizinern zu vertrauen, der Pharma-Industrie, aber nicht mehr uns selbst.

Woran liegt das? Warum haben wir einen Teil der Verantwortung für unser Wohlergehen abgegeben? Warum wird einem nicht mehr beigebracht, sich selbst zu vertrauen und die Kraft der Gedanken zu nutzen?

lg
Quendel
21. Januar 2012

Natürlich kann man sogenannte Selbstheilungskräfte auch wissenschaftlich erklären. Was da passiert ist wohl mehr, das "Vertrauen in die Gesesung"! Eine große Rolle bei dieser spielt das Immunsystem. Kann es nicht mehr ausreichend arbeiten, kommt es zu Krankheiten. Bei einer Erkältung ist das nicht so schlimm, aber bei einer Krebserkrankung (ich weiß, da spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle) schon. Faktoren, die das Immunsytem maßgeblich beeinflussen sind Streß, Schlaf und Mineralstoffe. Aber nicht nur das Immunsystem wird durch dieser Faktoren geschwächt, sondern auch das Herz. Eine Bekannte von mir promoviert gerade zum Thema Stress, Depressionen und den Zusammenhang mit Herzerkrankungen. Sehr interessant. Somit ist es oft keine purer Placebo, wenn ein Arzt dem Patienten einfach rät, Streß zu reduzieren, auf die seelische Gesundheit zu achten, viel zu schlafen, vernüftig zu essen. Geht es dem Patienten damit besser, wird das Vertrauen in den Arzt gestärkt, und es kommt wie ein Placeboeffekt rüber.
21. Januar 2012
Selbstheilungskräfte

Mittlerweile ist es auch von den Schulmedizinern anerkannt (zumindest von den weniger starrsinnigeren), dass die körpereigene Immunabwehr, also die Selbstheilungskräfte, viel mehr von der Psyche negativ wie positiv beeinflusst wird als früher angenommen.

Dadurch wird verständlich, dass Placebos eine Wirkung haben -- durch die Psyche eben.

Auch die Homöopathie scheint auf diesem Weg zu wirken sowie einige fernöstliche Methoden.
21. Januar 2012

Vielleicht liegt das ein wenig daran, dass alle physiologischen, immanenten Zustände nur Abbildungen psychologischer Zustände und Faktoren sind?
Also im Grunde alles ursprünglich eine mentale Sache, ob nun in tieferer oder oberflächlicherer Psyche?
21. Januar 2012

Wenn also letzten Endes die Einbildung heilen kann, warum benützen wir das nicht viel öfter? Warum knallen wir uns mit Medikamenten voll, die zum Teil heftige Nebenwirkungen haben?

Das könnte damit zusammenhängen, dass die schnelllebige Zeit, in der das Heute morgen schon Schnee von Vorgestern ist, der Vorteil ebenso schnell wirkender Medikamente gern genommen wird.

Naturheilkunde braucht schlicht mehr Zeit, um Wirkung zu entfalten. Aus den mannigfaltigsten Gründen ist vielfach eben keine Zeit für diese Zeit. Die Versuchung, die Erkältung mit Chemie schnell erträglich werden zu lassen - im Wissen, dass es mit natürlichen Stoffen länger dauert - ist nicht ganz gering...
21. Januar 2012

Da fällt mir noch eine Sache ein, die ich mal irgendwo gelesen habe: Der englische Begriff "Disease" - also Dis - ease. Unruhe, Unausgeglichenheit. Daraus hat jemand einmal Hergeleitet, dass die eigentlichen Gründe von Krankheiten eher dort zu suchen sind, als in den medizinischen Symptomen.

Ich tu mich allerdings mit dem Begriff "Naturheilkunde" etwas schwer.. der scheint mir zuviel zu umfassen. Ist das nur Homöopathie? Oder gehören da auch Dinge wie Akupunktur, Reiki etc. pp.
21. Januar 2012

Viele unserer Krankheiten sind hausgemacht. Warum soll man sich wundern, wenn sie auch aus eigenem inneren Antrieb wieder verschwinden?

Für mich war noch nie logisch, dass ein Arzt einer alten Dame jahrelang Medikamente gegen Zucker verschreiben kann, eine Stunde Ernährungsberatung dagegen nicht abgerechnet werden darf. Also werden teure Medikamente verschrieben.

Diese Dame war meine Oma. Ich durfte ihr mal dabei helfen, ihr „Wochenpäckchen“ an Medikamenten zu richten und bin fast in Ohnmacht gefallen. Dass da nicht noch grüne Tabletten dabei waren, die halfen, die blauen nicht zu vergessen, war schon ein Wunder. Bei zwei der Themen war mir sofort klar, dass sie alleine ernährungstechnisch handzuhaben wären. Aber meine Erklärungsversuche gingen ins Leere. „Der Arzt hat gesagt…“.

Unser Glaube an Medizin ist heute oft so unumstößlich, dass es eben manchmal kleiner Pillen bedarf. Wenn es Placebos sind – um so besser. Glaube versetzt Berge, heilt Schmerzen, richtet Blutdrucke…. und und….

So nebenbei: Ich war seit mindestens 10 Jahren nicht mehr beim Arzt. Mir hilft Schlaf, wenn ich krank bin.
21. Januar 2012

Naja,
dann hast du Glück gehabt fröhliche.
Alles kann man nicht mit Schlaf heilen.

Aber wenn eine Erkältung im Anmarsch ist,
dann schlaf ich mich aus, trinke Hühnerbrühe und viel Vitamin C.

Wenn die Krankheit seelisch bedingt ist, helfen bestimmt placabos,
bei anderen wäre ich vorsichtig.
21. Januar 2012

Deshalb schrieb ich "viele" und nicht "alle".

Mir ist schon klar, dass wir noch nicht auf alles eine Antwort wissen und dass ein Knochenbruch eben einer Schiene bedarf und auch viele andere Krankheiten wie Krebs z.B. auch heute noch der Schulmedizin bedürfen.

Das Thema ist doch oft - wo kommt es her? Warum wird so selten Zeit genommen, sich darüber zu erkunden, anstatt gleich mit Medikamenten zu bombardieren?
21. Januar 2012
Ich habe eine

ganze Weile in der Pflege von schwerstmehrfach behinderten Menschen gearbeitet. Da gab es eine Frau, die bekam so viel verschiedene Medikamente ... Die meisten davon waren Mittel für die Bekämpfung der Nebenwirkungen der Medikamente gegen die Symptomatik der Erkrankung....
Wir haben lange mit der behandelnden Hausärztin diskutiert, bis sie sich bereit erklärte, eins der Symptommedikamente wegzulassen und stattdessen ein Placebo zu verabreichen... Erstaunlicherweise ging es der Frau nicht schlechter ohne die Medizin, es konnten sogar zwei Nebenwirkungsmedikamente weggelassen werden nach einiger Zeit...

Selbstheilung war das sicher nicht, aber die Frau benötigte die Medikamente offensichtlich nicht. Also frage ich mich, ob Medikamente immer nötig sind oder eben erst einmal die Selbstheilungskräfte angesprochen werden sollten...


*engel*
21. Januar 2012
Pharmalobby

Für mich war noch nie logisch, dass ein Arzt einer alten Dame jahrelang Medikamente gegen Zucker verschreiben kann, eine Stunde Ernährungsberatung dagegen nicht abgerechnet werden darf. Also werden teure Medikamente verschrieben.

Das hat mit Logik nichts zu tun - das liegt einzig daran, dass die Lobbypolitiker (auf deutsch bestochene Politiker) und die Pharmaindustrie uns alle fest in ihrem Würgegriff haben, aus dem es keinen Ausweg mehr gibt.

Max
21. Januar 2012

Wenn die Krankheit seelisch bedingt ist, helfen bestimmt placabos, bei anderen wäre ich vorsichtig.

Mittlerweile ist schon ziemlich unstrittig, dass die Psyche auch bei Krankheiten hilft, die nicht "seelisch bedingt" sind.

Die Psyche und der Körper arbeiten viel enger zusammen, als man das bisher angenommen hat.
21. Januar 2012

... anstatt gleich mit Medikamenten zu bombardieren?

Weil die Ärzte von der Pharmaindustrie geschmiert sind. Andererseits bekommen sie von den Krankenkassen nur 7 Minuten für ein Gespräch bezahlt...

Erkläre du mal einem Patienten, der dich um Hilfe bittet, daß er sich das nur einbildet! Dazu brauchst du länger als 7 Minuten und der geht trotzdem zum nächsten Mediziner!

Die meisten Krankheiten, Epidemien und Pandemien sind Hysterie- und Panikmache der Pharmaindustrie. Und die Menschen lassen sich Angst einjagen. Sogar Krebs ist durch die Stabilisierung der Psyche heilbar oder zumindest linderbar. Aber das erkläre mal seinem Patienten, der mit dieser Diagnose um Hilfe ersucht!

Money makes the world going round............
21. Januar 2012

Wenn es "nur" eine einfache Antwort gäbe! Ich denke, es hat viel mit Eigen-ver-antwort zu tun - und wirklich zu schauen, ob angebotene Hilfe angemessen ist.

Es kommen viele Faktoren dazu:

in der Pharma-Industrie wird ofte getan also sie wissen was Sache ist -aber sie existieren um Geld zu verdienen, NICHT um KEINE Tablette zu verkaufen.

Der Artz ist oft überfordert oder wirtschaftlich motiviert:(Kassepatienten: Zeit = Geld, Privat-Klienten - sollen viel behandlet werde, da an den verdient er)

Menschen wissen nicht mehr was sie glauben können. Viele Gesundheits-Ratgeber sind pure Unsinn, da sie die tendenziell die gleiche Sache wiederholen (neulich im Spiegel gab es ein Artikel über die Vitaminen-Lüge- doch mal was neues.)

Erstaunlich eigentlich, das Menschen irgendwann auf die Idee kommen Medikamente wieder abzulegen.

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